Sonographie und allgemeine gastroenterologische / onkologische Diagnostik

Oberbauch- und Schilddrüsen-Sonographie

Diese Untersuchungen werden am Standort Gaggenau mit einem modernen Ultraschall-Gerät (Toshiba Nemio) durchgeführt. Bei Bedarf können auch Gefäße und die Durchblutung der Organe untersucht werden (sog. farbkodierte Duplex-Sonographie und Power-Mode).

Durch Ultraschalluntersuchungen können die häufigsten akuten und chronischen Erkrankungen der Oberbauch-Organe erkannt werden, z.B. Tumorerkrankungen, Leberzirrhose, Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder ausgeprägte Entzündungen des Dünn- und Dickdarmes (z.B. Blinddarmentzündung oder Sigmadivertikulitis). Lediglich Erkrankungen des Magens und chronische Erkrankungen des Darmes sind durch die gängigen Ultraschalluntersuchungsverfahren nicht ausreichend beurteilbar. Um diese Erkrankungen zu erkennen, sind in der Regel endoskopische Untersuchungen, also eine Magen- oder Darmspiegelung erforderlich.

Die Schilddrüsen-Sonographie kann Knoten erkennen, die vermehrt Schilddrüsen-Hormone produzieren. Über die Leistung der Schilddrüse (Über- oder Unterfunktion) gibt die Ultraschalluntersuchung keine Auskunft. Dafür sind Laboruntersuchungen erforderlich, insbesondere die Bestimmung des Steuerhormons TSH und bei Bedarf auch der aktiven Schilddrüsen-Hormone (fT3, fT4). Die Unterteilung der Schilddrüsenknoten in heiße Knoten (starke Speicherung = stoffwechselaktiver und grundsätzlich gutartiger Knoten) und kalte Knoten (keine Speicherung = stoffwechselinaktiver und möglicherweise auf maligner Knoten) erfolgt durch die Schilddrüsen-Szintigraphie in speziellen radiologischen Praxen der Region.


Labordiagnostik

In Zusammenarbeit mit dem Labor Prof. Seelig in Karlsruhe werden sämtliche Laboruntersuchungen im Bereich der Inneren Medizin durchgeführt. Dazu zählen vor allem unsere Schwerpunkte im Bereich der Gastroenterologie (Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Verdauungsstörungen), der Hepatologie (Diagnostik sämtlicher Erkrankungen der Leber einschließlich der autoimmunen und der viralen Lebererkrankungen), der Tumorerkrankungen und der Erkrankungen des Blutbildes.

Wichtiger Hinweis:

Damit die Laboruntersuchungen noch am gleichen Tag durchgeführt werden können, muss die Blutentnahme bis 15.30 Uhr erfolgen. Das ist bei einzelnen empfindlichen Parametern (z.B. Elektrolyte, HCV-RNA) sehr wichtig.


Gastroenterologische Funktionsdiagnostik

H2-Atemtests bei Zuckerunverträglichkeit

Bei der Vergärung von Kohlenhydraten durch Darmbakterien entstehen natürlicherweise molekularer Wasserstoff (H2) und Kohlendioxyd (CO2). Der molekulare Wasserstoff wird über die Lunge abgeatmet und kann mit speziellen Geräten gemessen werden (H2-Atemtestgeräte).

Bei chronischen oder akuten Blähungen (häufig auch mit Durchfall oder Bauchkrämpfen) besteht der Verdacht auf eine Kohlenhydrat-Fehlverdauung (sog. Malabsorption). Typischerweise treten die Beschwerden 1-2 Stunden nach dem Essen auf und halten mehrere Stunden an.

Eine Kohlenhydrat-Malabsorption geht in der Regel mit einer gesteigerten H2-Bildung einher. Beim H2-Atemtest werden nun spezielle Zuckerlösungen einzeln oder in Kombination getrunken (z.B. Milchzucker, Fruchtzucker, Sorbit, oder Traubenzucker). Dann wird alle 30 Minuten der H2-Gehalt der Ausatemluft gemessen. Wird ein spezieller Zucker nicht vertragen, kommt es zu einem Anstieg der H2-Konzentration in der Ausatemluft.

Durch diese Tests können sämtliche Zucker-Unverträglichkeiten nachgewiesen werden (z.B. Laktoseintoleranz, Fruktose/Sorbit-Malabsoprtion, isolierte Sorbit-Malabsorption oder bakterielle Fehlbesiedelung).

H2-Atemtest Laktulose und Hinton-Test bei chronischer Obstipation

Bei chronischer Obstipation (= chronische Verstopfung) kann es hilfreich sein, die Transportzeit durch den Dünndarm (= orozökale Transitzeit) oder durch den kompletten Dünn- und Dickdarm (= komplette Transitzeit) zu untersuchen. Für diese Bestimmungen kann der der H2-Atemtest mit dem unverdaubaren Zucker Laktulose (orozökale Transitzeit) oder der Hinton-Test (komplette Transitzeit) eingesetzt werden. Beim Hinton-Test werden Kapseln mit röntgendichten Markern eingenommen. Nach 5 Tagen erfolgt eine Röntgen-Aufnahme des Dickdarmes. Je nach Verteilung der Marker kann die komplette Transitzeit für Nahrungsmittels durch den Dünn- und Dickdarm errechnet werden.


Entnahme von Gewebeproben / Organpunktionen

Bei speziellen Erkrankungen der Oberbauchorgane oder der Blutbildung können Gewebeproben zur feingeweblichen mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. Dazu zählen Gewebeproben aus der Leber bei chronischen oder akuten Lebererkrankungen mit der sog. Menghini-Nadel, gezielte Gewebeproben aus Tumoren mit der automatischen Bard-Nadel, Punktionen bei Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle (Aszitespunktionen) oder Kochenmarkspunktionen.